Interior, Livingroom

Studentenwohnung gesucht!

19. Juni 2017

Acht Quadratmeter. So groß war meine erste Studentenwohnung. Okay, eigentlich war es ein WG-Zimmer, aber in diesem Raum spielte sich alles ab: schlafen, lesen, lernen. Links von der Tür stand mein Schreibtisch, rechts davon ein bunt geblümtes Siebzigerjahren-Campingklappbett, das ich mir von meinem Opa geliehen hatte. Im Gang dazwischen konnte nur eine Person stehen. Außen auf dem Fensterbrett lagerte – aus Mangel an einem Kühlschrank – mein Essen, die Klamotten lagen in Kisten. Aber das Zimmer war mein erstes eigenes Zimmer. Außerdem günstig und mit meinem Nebenjob finanziell gut zu stemmen. Denn schon als ich angefangen habe zu studieren, waren bezahlbare und zentral gelegene Wohnungen für Studenten Mangelware.

Das Problem

Die Lage hat sich hierzulande verschärft. Nicht mehr nur in den großen Städten wie Frankfurt/Main, München oder Köln ist es für angehende BWLer, Lehrer und Co. schwierig eine Studentenwohnung zu finden. Auch in Freiburg, Darmstadt oder Konstanz herrscht Mangel an Zimmern. Unsere dänischen Nachbarn kennen das Problem auch. Deshalb geht man in Kopenhagen einen neuen Weg. 

Die Lösung

In den kommenden zwei Jahrzehnten sollen große, zentral gelegene, aber verlassene Industrieareale – genutzt werden, um dort bezahlbaren und nachhaltigen Wohnraum zu schaffen. Das Projekt heißt CPH Shelter und die einzelnen Häuser bestehen aus alten Schiffscontainern, die umgebaut werden. CPH Village ist das erste Teilprojekt. In der Nähe des Ofens und nur drei Fahrradminuten von der Royal Danish Academy of Fine Arts entfernt, sollen in den nächsten drei Jahren 2.500 Häuser entstehen. Jedes etwa 20 Quadratmeter groß und mit allem ausgestattet, was man braucht: eine kleine Küche, ein Schlafzimmer, Toilette, Dusche und Wohnzimmer. Der Preis? Etwa 500 Euro.

Wie so eine Studentenwohnung am Ende aussehen kann, zeigt Menu in Zusammenarbeit mit Norm Architects. Sie haben einen der Container komplett ihren Produkten eingerichtet.

Innen dominieren helle Wände, der dunkle Holzboden und das typische schlichte Design von Menu. Und dann gibt es sogar Platz, um an schönen Tagen das Wohnen, Essen und Lernen nach außen auf die Holzterasse zu verlegen.

Fazit: So hätte ich mir meine Studentenwohnung auch gewünscht. Und: Wir brauchen mehr solcher Projekte – auch hier in Deutschland.

xx
Jenny

Fotocredit: Alle Bilder via Menu

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1 Kommentar

  • Reply Zuhause für Minimalisten | Zu Besuch bei Jonas Bjerre-Poulsen 30. Oktober 2017 at 7:00

    […] Firma, die ihren Sitz in der Altstadt von Kopenhagen hat. Seitdem entwickelt ein Team Produkte für Menu, &tradition und viele andere Kunden, die auf keinen Interior- und Food-Account auf Instagram […]

  • Ich freue mich auf deinen Kommentar.